Refugees Welcome Barnim http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de Flüchtlinge Willkommen im Barnim Fri, 29 May 2020 09:59:31 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Quarantäne im Geflüchteten-Wohnheim in Bernau-Waldfrieden http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/29/quarantaene-im-gefluechteten-wohnheim-in-bernau-waldfrieden/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/29/quarantaene-im-gefluechteten-wohnheim-in-bernau-waldfrieden/#comments Fri, 29 May 2020 09:57:57 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/29/quarantaene-im-gefluechteten-wohnheim-in-bernau-waldfrieden/ Presseerklärung, 29.05.2020

Quarantäne im Geflüchteten-Wohnheim in Bernau-Waldfrieden –
erster Bewohner postiv auf Covid-19 getestet

Geflüchtete im Barnim können Corona-Abstandsregeln nicht einhalten – „Barnim für alle“ fordert die Unterbringung in Wohnungen statt in Heimen

In Geflüchteten-Wohnheim in Bernau-Waldfrieden ist der erste Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden und befindet sich nun im Krankenhaus. Etwa 20 Bewohner*innen wurden daraufhin unter Quarantäne gestellt.

Das wichtigste Gebot in den letzten Wochen war „Abstand halten“. Und es steht zu befürchten, dass wir auch in der kommenden Zeit darauf achten müssen unnötige Kontakte zu vermeiden. Viele Geflüchtete im Barnim können aber keinen Abstand halten. Sie wohnen in sogenannten Übergangswohnheimen (Basdorf, Bernau-Waldfrieden, Eberswalde, Joachimsthal, Oderberg, Ützdorf, Wandlitz) in sehr beengten Verhältnissen ohne Privatsphäre in Mehrbettzimmern. Sie müssen sich die Kochräumlichkeiten und Sanitäranlagen teilen.

Für einen wirksamen Infektionsschutz ist die Massenunterbringung in sogenannten „Übergangswohnheimen“ völlig ungeeignet und setzt die Bewohner*innen einem hohen Risiko aus. Zahlreiche Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke und andere Risikogruppen leben weiterhin in den Massenunterkünften. „Im Heim können wir keinen Abstand halten“, sagt Reza* aus dem Geflüchteten-Wohnheim in Bernau-Waldfrieden. „Wir müssen uns eine kleine Küche mit 15 Personen teilen.“ In einem Heim in Henningsdorf (Oberhavel) können Bewohner*innen seit vielen Wochen das Heim nicht mehr verlassen, weil die Quarantäne immer wieder verlängert wird..

Die Form der Unterbringung in großen Wohnheimen sorgt für Stress, macht krank, verstärkt und führt zu weiteren Traumatisierungen. Die Initiative „Barnim für alle“ fordert seit Jahren eine schnellstmögliche dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass den bei uns Schutz suchenden Menschen genauso viel Wohnraum zugestanden wird, wie den Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Vor allem in Eberswalde gibt es weiterhin einen hohen Wohnungsleerstand. Diese Wohnungen sollten schnellstmöglich in einen nutzbaren Zustand versetzt und als Wohnraum für Menschen in dieser Stadt – somit auch Geflüchteten – zur Verfügung gestellt werden. Im berlinnahen Raum dagegen fehlt es an leerstehenden Wohnungen. Hier ist der Einstieg in den sozialen Wohnungsbau dringend notwendig.

Viele Geflüchtete brauchen nach ihrer Ankunft in Deutschland ärztliche und psychologische Begleitung. Sie müssen sich völlig neu orientieren und dürfen keine Fristen versäumen. Es ist sehr wichtig, dass sie schnell Kontakt zu Menschen finden, die ihre Sprache sprechen. Auch deswegen sind sie besonders auf eine funktionierende und bezahlbare Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Auch die Chance, Kontakte zu knüpfen und Unterstützung zu erfahren, steigt mit der Größe der Orte. Wir fordern darum, Flüchtlinge nur in den größeren Ortschaften entlang der Barnimer Bahnlinien unterzubringen.

Die Initiative „Barnim für alle“ ruft in breitem Bündnis zu einem Aktionstag am 1. Juni in Potsdam auf. Der Aktionstag mit Fahrraddemonstrationen und Kundgegeben steht unter dem Motto „Alle Lager abschaffen! Wohnungen statt Massenunterkünfte! EU-Lager evakuieren“.

*Name geändert

Kontakt: 0163-8510186
http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/
refugees-welcome@so36.net

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http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/29/quarantaene-im-gefluechteten-wohnheim-in-bernau-waldfrieden/feed/
01.06. Potsdam: Abolish all Camps – Alle Lager schließen http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/28/01-06-potsdam-abolish-all-camps-alle-lager-schliessen/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/28/01-06-potsdam-abolish-all-camps-alle-lager-schliessen/#comments Thu, 28 May 2020 10:46:37 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/28/01-06-potsdam-abolish-all-camps-alle-lager-schliessen/

*English version below*

Auf die Straße! Join in!

13:30: 4 Fahrraddemos mit Stopps an Sammelunterkünften für Schutzbedürftige
Startpunkte an den Unterkünften: Lerchensteig; Handelshof; Grotianstraße; Pirschheide

15:00: 2 Kundgebungen in Potsdams Innenstadt: Landtag; Brandenburger Tor

Routen, Treffpunkte und Infos:
https://www.facebook.com/events/180267679955742/

*** SAMMELUNTERKÜNFTE UND EU-LAGER SIND UNZUMUTBAR! ***
Die Lebensbedingungen in Sammelunterkünften für Geflüchtete in Deutschland sind unerträglich: Es gibt kaum Rückzugsräume, Menschen leben in Mehrbettzimmern. Sanitäranlagen und Küchen müssen sich mit sehr vielen Menschen geteilt werden. Für ein Bett im Mehrbettzimmer zahlen Menschen mit Job in Brandenburg bis zu 500 Euro. Die Unterkünfte liegen meist isoliert außerhalb von Siedlungen. Viele leben jahrelang unter solchen Umständen!
In den Lagern um die EU-Grenzen herrschen katastrophale Lebensbedingungen: Wasser, Seife, Sanitäranlagen sind knapp, die Lager überfüllt und militärisch abgeriegelt.

*** MIT CORONA NOCH SCHLIMMER ***
Die Pandemie macht diese Situation noch bedrohlicher: In Deutschland werden ganze Unterkünfte in Massenquarantäne gesetzt. Es gibt keine Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen und sich selbst zu schützen. In den großen Flüchtlingslagern sind die Menschen der Seuche ausgeliefert, es gibt kaum medizinische Versorgung.
Schutzsuchende in solche Umgebungen zu zwingen ist ein Verbrechen! Die Unantastbarkeit der Würde wird mit Füßen getreten und basale Rechte auf Wohnraum, Privatsphäre, sanitäre Versorgung und Gesundheit entzogen.
WIR WENDEN UNS AN DIE BRANDENBURGER KOMMUNEN; LANDKREISE UND AN DIE LANDESREGIERUNG:
*** Zum Schutz vor COVID-19:***
> Menschen in leeren Wohnungen und Hotels unterbringen!

*** Für immer ***
> Sammelunterkünfte und Mehrbettzimmer abschaffen!
> Recht auf eine eigene Wohnung für alle!
> Zugang zu Schulen, Kultur, öffentlicher Nahverkehr und Nachbarschaft statt Isolation in Sammelunterkünften!
> Selbstbestimmtes Wohnen und Leben!
> Privatsphäre und sichere Toiletten und Duschen!

Demobündnis:
Flüchtlingsrat Brandenburg, We‘ll come United Berlin/Brandenburg, Refugees Emancipation, Women in Exile & Friends, International Women*Space, Barnim für Alle, Seebrücke Potsdam, Seebrücke Brandenburg/Havel, Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft (BBAG) e.V., Potsdam Konvoi, polar Potsdam, United Action, FEM- Forum des Empowerments, Teilhabe für Migranten e.V., Pan-African Women’s Network and Liberation Organization (PAWLO) e.V. und weitere Einzelpersonen

Wenn ihr beim Demobündnis mitmachen wollt, schreibt an:
potsdam@seebruecke.org

------ E-Mail in English -----

01.06 |
13:30: 4 bicycle demos with stops at refugees’ homes &
starting points at camps: Lerchensteig; Handelshof; Grotianstraße; Pirschheide
15:00: 2 rallies in Potsdam downtown (Landtag; Brandenburger Tor)
***Routes, meeting points and info***
https://www.facebook.com/events/180267679955742/

*** COLLECTIVE HOUSING AND & EU-REFUGEE-CAMPS ARE INTOLERABLE! ***
Living Conditions in refugee homes (collective accommodations) are intolerable: No privacy, people live in shared rooms with shared sanitation, you have to pay up to 500 Euros for a bed in a room in Brandenburg. Some people are forced to live there for many years under camp-like conditions. They are not allowed to move elsewhere.
Living conditions in the EU-refugee camps are disastrous: not enough medicine, no hot water, no toilets and showers. Camps are hermetically sealed by military forces and police.

*** PANDEMIC MAKES THEM A DEATH TRAP ***
In times of pandemic this is a death trap! In Germany, everyday people get infected and hole accommodations are closed off. There is no possibility to step aside or to protect oneself. In the huge EU-camps people are at the merci of epedemic, there is barely health care.
Forcing people that seek for protection to live under such conditions is a crime! Inviolability of human dignity is destroyed und basic rights for a save housing space, privacy, sanitary and health are detracted.

WE SPEAK TO LOCAL AUTHORITIES, ADMINISTRATIVE DISTRICTS AND STATE
GOVERNMENT OF BRANDENBURG:
*** In order to protect people from COVID-19: ***
> Let people move to apartments and hotels! Stop mass infections!

*** Now and forever: ***
> Abolish collective housing and shared rooms!
> For the right to live in one’s own apartment – More apartments for everyone!
> Stop isolation of residents: Create easy access to schools, culture, public transportation and neighbourhoods!
> For a self-determined living and life of the residents: They should be allowed to decide for themselves: With whom they live. What they cook.
Or what and when they want to eat!
> For more privacy and safe toilets and showers!

Demobündnis:
Flüchtlingsrat Brandenburg, We‘ll come United Berlin/Brandenburg, Refugees Emancipation, Women in Exile & Friends, International Women*Space, Barnim für Alle, Seebrücke Potsdam, Seebrücke Brandenburg/Havel, Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft (BBAG) e.V., Potsdam Konvoi, polar Potsdam, United Action, FEM- Forum des Empowerments, Teilhabe für Migranten e.V.Pan-African Women’s Network and Liberation Organization (PAWLO) e.V. und weitere Einzelpersonen

Do you want to join the Demobündnis? Write to: potsdam@seebruecke.org

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http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/28/01-06-potsdam-abolish-all-camps-alle-lager-schliessen/feed/
Eberswalde als „Sicherer Hafen“? http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/10/eberswalde-als-sicherer-hafen/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/10/eberswalde-als-sicherer-hafen/#comments Sun, 10 May 2020 16:57:15 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/10/eberswalde-als-sicherer-hafen/
Genau 50 Menschen fanden sich heute zu einer Kundgebung im Rahmen der Seebrücken-Kampagne auf den Eberswalder Marktplatz ein. Diese Menge entsprach genau den Vorgaben des Corona-bedingten Auflagenbescheides. Das war auch der Grund, warum die organisierende Gruppe nur wenig für die Kundgebung geworben hatte. Um so erfreulicher das trotzdem so viele Menschen zusammenkamen.


Im Vorfeld wurden mit Kreide-Kreuzen die Stehplätze für die DemonstrantInnen gekennzeichnet um so den Corona-Mindestabstand zu gewährleisten.


In den Redebeiträgen wurde auf die Kampage #LeaveNoOneBehind verwiesen. Auch die Menschen auf der Flucht haben ein Recht auf Schutz vor der Corona-Pandemie. Deswegen wird eine Evakuierung der Lager auf den griechischen Inseln und eine Öffnung der Grenzen verlangt.


Mehrere RednerInnen forderten die Stadt Eberswalde auf, sich dem Zusammenschluss der „Sichere Häfen“ anzuschliessen. Im Gegensatz zur europäischen Abschottungspolitik und der Blockade der EU-Staaten setzen sich zahlreiche zivilgesellschaftliche, landes- und kommunalpolitische Akteure in ganz Europa für die Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen ein. Gerade die Kommunen zeigen ihre Solidarität und Verantwortung. Immer mehr von ihnen erklären sich zu Sicheren Häfen für Geflüchtete.


Unter den Demonstrierenden waren auch einige Geflüchtete die nun in Eberswalde leben.


Ein Geflüchteter aus Syrien erzählte von seinem Weg über das Mittelmeer mit dem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland. Und von seiner Familie und seinen Freunden und Bekannten, die noch in Syrien oder in der Türkei oder in den griechischen Lagern ausharren müssen.


„No one puts their children in a boat unless the water is safer than the land.“


„Seenotrettung ist kein Verbrechen!“ ● „Corona tötet – Grenzen auch!“ ● „Gestern, heute, morgen? – Nationalismus tötet!“ ● „Fluchtursachen bekämpfen – Leben retten!“ ● „Nationalismus raus aus den Köpfen!“ ● „Solidarität mit allen Flüchtenden & Geflüchteten – Act now!“

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8. Mai: Tag der Befreiung in Biesenthal http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/08/8-mai-tag-der-befreiung-in-biesenthal/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/08/8-mai-tag-der-befreiung-in-biesenthal/#comments Fri, 08 May 2020 18:48:44 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/08/8-mai-tag-der-befreiung-in-biesenthal/

Nicht nur in Bernau, auch in Biesenthal wurde der Tag der Befreiung zum Anlass des Erinnerns und Mahnens genommen – mit einer Plakat-Installation am Markt und dem stillen Gedenken an den Steinstelen für die Zwangsarbeiter*innen in Biesenthal.

Am Biesenthaler Markt wurden für das Wochenende Plakate installiert, die sich den Aufrufen des Welcome United Netzwerks nach „Entnazifizierung jetzt!“, der VVN-BdA und der Überlebenden Esther Bejarano, den 8. Mai zum Feiertag zu machen und der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark anschlossen.

Vor zwei Wochen, anlässlich des Jahrestags der Befreiung der KZs Uckermark und Ravensbrück, waren ähnliche laminierte Plakate von Menschen mit menschenverachtenden Einstellungen zerschnitten und weggeworfen worden. Die Initiative „Barnim für alle“ reagiert darauf mit einem „Jetzt erst recht“ und hat angekündigt, übers Wochenende regelmäßig zur Eiche zu kommen und neue Plakate aufzuhängen, falls sie wieder verschwinden sollten.

Stilles Erinnern mit Blumen fand an den Steinstelen für die in Biesenthal erlittene Zwangsarbeit in der Nazizeit statt. Die ersten fünf Stelen konnten am 5. und 6.5. endlich aufgestellt werden. Die Stele auf dem Bild oben am Pendlerparkplatz neben dem Biesenthaler Bahnhof erinnert an die italienischen Militärinternierten, die in einem Barackengelände auf dem gesamten heutigen Aldi-Areal untergebracht waren. Dort befand sich auch eine Schule für Kriegshunde der SS.

Die Stele am Wanderweg beim Heideberg (auf dem Weg zum Sportplatz) erinnert an das Barackenlager tschechischer Zwangsarbeiter auf dem Heideberg. In den Jahren 1942 bis 1944 wurden ganze Jahrgänge junger Tschechen zur Zwangsarbeit nach Nazideutschland geschickt und mussten u.a. aus den Bombentrümmern Berlins Tote und Wertgegenstände bergen.

Die Stele am Prendener Weg/ Ecke Uhlandstr. erinnert an das Barackenlager PAULA, das die Wehrmacht wie das am Heideberg ab 1942 durch die Organisation Todt errichten ließ. Berliner Behörden hatten wegen der verstärkten Bombadierung Berlins, Dienststellen u.a. nach Biesenthal verlegt. Im Gebiet PAULA wurden von tschechischen Zwangsarbeitern 21 Baracken und 36 kleine Holzhäuser für Offiziere und ihre Familien bereits seit Oktober 1943 als Ausweichunterkünfte für Sonderstäbe der Obersten Reichsbehörden errichtet. Einige Behelfsheime aus Stein entstanden in der Nähe für die Angestellten der PAULA. In zwei dieser Baracken wohnte die SS-Wachmannschaft des KZ Außenlagers Sachsenhausen im Lager PAULA.

Die Stele vor dem Mirabellenhof in der Grünstr. 11 gedenkt exemplarisch der polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die auf den Bauernhöfen Biesenthals arbeiten mussten.

Adrianus Millenaar schaffte es als Gesandter, Gefangene aus den Konzentrationslagern freizubekommen. Er wohnte in der Neuen Mühle, daher erinnert eine Stele in der Plottkeallee/ Ecke Neue Mühle an diesen stillen Helden.

Im vergangenen Sommer waren diese Stelen in einem Projekt der Naturschule Barnim zusammen mit einer Schulklasse aus Semily/ Kreis Liberec (Tschechien) und einem Steinbildhauer entworfen und hergestellt worden. (Hier findet sich ein Artikel darüber aus der Märkischen Oderzeitung). Schüler*innen der Naturschule hatten auch einen Film zum Thema Zwangsarbeit in Biesenthal gemacht.

Erst noch aufgestellt werden die Stelen zur Erinnerung an das Außenlager des KZ Sachsenhausen an der Hellmühle und für die französischen Kriegsgefangenen, die in der Rüstungsproduktion am Vorwerk arbeiten mussten. Einige dieser französischen Kriegsgefangenen sollen erfolgreich Sabotage in der Produktion betrieben haben – zumindest wurden nach einem aufgrund nicht explodierender Bomben fehlgeschlagenen Bombenangriff ca. 10 französische Zwangsarbeiter am Vorwerk der Sabotage beschuldigt und von der Gestapo abgeholt, wie die Biesenthaler Ortschronistin Gertrud Poppe herausgefunden hat.

Auch in Biesenthal gilt: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

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8.Mai: Tag der Befreiung in Bernau http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/08/8-mai-tag-der-befreiung-in-bernau/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/08/8-mai-tag-der-befreiung-in-bernau/#comments Fri, 08 May 2020 17:51:58 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/08/8-mai-tag-der-befreiung-in-bernau/

Zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus wurde auch im Barnim auf vielfältige Weise erinnert und für die Zukunft gemahnt.

In Bernau wurde im Rahmen des Gedenkens, zu dem das Netzwerk für Weltoffenheit eingeladen hatte, ein 20 Meter langes Plakat in der Fußgängerzone entrollt: „75 Jahre sind nicht genug – Entnazifizierung jetzt!“

Damit und mit entsprechenden Zetteln und Plakaten wurde dem gleichlautenden Aufruf des bundesweiten Netzwerks „Welcome United“ gefolgt, den 8. Mai in diesem Jahr zu einem Tag des Zorns gegen alle menschenverachtenden Einstellungen zu machen.

Deshalb wurde unter anderem auch der Opfer der rassistischen Morde am 19.Februar in Hanau gedacht – auf den Plakaten sind Porträts und Namen der Ermordeten.

Das Bernauer Netzwerk für Weltoffenheit hatte für den ganzen Tag zum dezentralen Gedenken unter Beachtung der Corona-Regeln eingeladen.

Dabei konnten Menschen auf einer großen Folie in der Bürgermeisterstraße Erinnerungen ans Kriegsende und daraus resultierende Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft festhalten. Beeindruckend waren hier die aufgeschriebenen kurzen Erinnerungen von Zeitzeug*innen. Eine Person mit Jahrgang 1934 schrieb: „Meine Erinnerung an die Angst um den Onkel im KZ, den Hunger und die Angst auf der Flucht, den sowjetischen Soldaten, der zu mir sagte: ‚Komm mit mir mit, meine ganze Familie ist tot‘ hat mich tief geprägt. Deshalb: Nie wieder Nationalsozialismus! Nie wieder Krieg!“

Das Denkmal für den unbekannten Deserteur am Mühlentor war einer der Orte zum Erinnern und Blumen ablegen – neben dem sowjetischen Ehrenmal, den Stolpersteinen in der Fußgängerzone und dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Bahnhof. Vor letzterem stand mit Sprühkreide auf dem Boden: „8. Mai: Ge(h)Denken!“.

ein Plakat am Mühlentor lud Menschen zum Unterschreiben ein, wenn sie sich den Aussagen anschließen.

In der Nacht zuvor waren in der Bernauer Innenstadt Zitate für Frieden und gegen Rassismus entfernt worden und stattdessen Plakate aufgetaucht, die die Befreiung infragestellen und sich noch mehr Menschenverachtung wünschen, als schon herrscht. Umso wichtiger scheint die Forderung nach „Entnazifizierung jetzt!“ und auch die folgende Warnung:

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http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/08/8-mai-tag-der-befreiung-in-bernau/feed/
Geflüchtete werden zu Straftätern erklärt http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/01/gefluechtete-werden-zu-straftaetern-erklaert/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/01/gefluechtete-werden-zu-straftaetern-erklaert/#comments Fri, 01 May 2020 10:08:23 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/01/gefluechtete-werden-zu-straftaetern-erklaert/
https://photosaurus.de/portfolio/kein-mensch-ist-illegal/

Presseerklärung, 01.05.2020

Einige Geflüchtete aus dem Barnim haben Strafbefehle bekommen. Vorgeworfen wird ihnen entweder „illegal“ nach Deutschland eingereist zu sein oder sich „illegal“ in Deutschland aufgehalten zu haben. Die Initiative „Barnim für alle“ protestiert dagegen, dass die Geflüchteten so zu Straftätern erklärt werden und organisiert mit einer Spendensammlung Solidarität.

Musa* ist aus dem Sudan geflüchtet, weil er dort politisch gegen die Diktatur aktiv war. Ihm wird vorgeworfen, dass er wissentlich ohne Papiere von Frankreich nach Deutschland weitergereist sei. Er versteht nicht warum er kriminalisiert wird: „Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, dass ich eine Strafe bekomme, weil ich Asyl beantrage. Ich habe mich doch selber bei der Polizei gemeldet, um Asyl zu beantragen.“

Auch Seyed* wurde als Oppositioneller im Sudan erfolgt. Als Student gelang es ihm ein Visum für eine Konferenz in Deutschland zu erhalten. In einem Strafbefehl wird ihm nun vorgeworfen, dass er erst etwa 2 Wochen nach Ablauf des Visums Asyl beantragt hat. Seyed sagt dazu: „Ich bin nach Deutschland gekommen, um Schutz vor dem Staat zu suchen, habe aber stattdessen eine Strafanzeige bekommen. Woher sollte ich in der ersten Zeit in Deutschland die Gesetze und Verfahren kennen? Ich brauchte Hilfe bei der Suche nach Schutz, aber danach wurde es leider kompliziert.“

Beide haben sich eine Anwältin genommen und Widerspruch gegen ihre Strafbefehle eingereicht. Sie warten nun auf ihre Gerichtsverfahren.

„Die deutschen Behörden gehen immer massiver gegen Geflüchtete vor. Statt den hier lebenden Menschen das Ankommen zu erleichtern, werden sie sogar zu Straftätern abgestempelt!“ sagt Thomas Janoschka von der Initiative Barnim für alle. „Geflüchtete sollten nicht durch Abschiebung und Kriminalisierung bedroht werden.“

Die Geflüchteten brauchen Geld für Anwalts- und Gerichtskosten und auch das Bezahlen der Strafen ist ihnen aus den Sozialleistungen die sie bekommen nicht möglich. Die Initiative Barnim für alle sammelt deswegen für diese und ähnliche Fälle Spenden, um die Geflüchteten nicht allein zu lassen.

Spendenkonto
Barnim für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
Sparkasse Barnim

Kontakt: 0151- 456 83 203
http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/
refugees-welcome@so36.net

* Name geändert

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http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/05/01/gefluechtete-werden-zu-straftaetern-erklaert/feed/
„Diesen Abstand können die Bewohner*innen der Erstaufnahme nicht einhalten!“ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/29/diesen-abstand-koennen-die-bewohnerinnen-der-erstaufnahme-nicht-einhalten/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/29/diesen-abstand-koennen-die-bewohnerinnen-der-erstaufnahme-nicht-einhalten/#comments Wed, 29 Apr 2020 09:06:01 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/29/diesen-abstand-koennen-die-bewohnerinnen-der-erstaufnahme-nicht-einhalten/ Demonstration mit Corona-Abstandsregeln für Bus 571 in Doberlug-Kirchhain

Weil auch Aktive aus dem Barnim beteiligt waren, veröffentlichen wir diesen Bericht auch hier:

20 Personen sind zu der Demonstration gekommen, zu der die Initiative „Busverbindung 571 jetzt!“ eingeladen hatte – mehr waren auch nicht erlaubt. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von Aktiven der lokalen Initiative „DK_Vereint“, Bewohner*innen der Erstaufnahme-Einrichtung und Aktiven des Brandenburg-weiten Netzwerks „Welcome United“.

Aufgrund der Pandemie und der entsprechenden Auflagen des Gesundheitsamtes muss penibel auf Abstand und Hygiene geachtet werden. Die Teilnehmenden müssen sich je allein auf am Boden markierten, 2×2m großen Quadraten positionieren und nicht durcheinander laufen. Alle, auch die Redner*innen, tragen Masken, das Mikro wird mit einer Serviette abgedeckt. Passant*innen, Schaulustige und Interessierte müssen hinter Absperrungen bleiben und Abstand halten. An den Flatterbändern steht: „Diesen Abstand können die Bewohner*innen der Erstaufnahme nicht einhalten!“ Mehrere Redner*innen greifen auf, dass die peniblen Regeln für eine Demo in Corona-Zeiten in absurdem Gegensatz zu den Bedingungen in der Einrichtung stehen, in der pro 50 Personen eine Küche zur Verfügung steht, Zimmer mit Fremden geteilt werden müssen und Flure und Treppenhäuser von hunderten Menschen genutzt werden.

Etwa die Hälfte der Teilnehmenden sind Bewohner der Erstaufnahme, drei von ihnen ergreifen das Mikrofon. „Corona ist für alle gleich, der Virus trifft uns alle. Warum wird mit uns anders umgegangen? Warum muss ich seit 8 Monaten im Wald leben? Warum fahren alle anderen Busse und unser Bus nicht? Warum wird bei uns dreimal am Tag Fieber gemessen – und bei den Deutschen nicht?“, fragt einer von ihnen die Anwesenden. „Wenn wir mehr als 4 Stunden außerhalb des Camps waren, müssen wir für 2 Wochen in Quarantäne.“ Der folgende Redner erklärt weiter: „Wenn eine Person im Camp das Virus bekommt, werden sich mindestens 10 Personen angesteckt haben. Wir versuchen uns zu schützen, aber es ist unter den Bedingungen im Camp nicht möglich.“ Die Einstellung der Buslinie werten alle drei als rassistische Ungleichbehandlung. „Warum werden wir anders behandelt? Weil wir dunklere Haare haben?“

Am Rand stehen einige deutsche Männer, die rassistische Sprüche machen. Einer der Camp-Bewohner spricht sie vom Mikro aus an: „Gehören Sie auch zu denen, die glauben, Flüchtlinge würden Corona übertragen?“

Ein französisch sprechender Mann, der zum Schluss das Mikro ergreift, endet mit den Worten: „Ich möchte Danke sagen, dass ihr alle hier wart und dass ich Teil dieser Bewegung sein darf. Ich hoffe wir schaffen es gemeinsam, das Virus zu bekämpfen, und Corona wird zu Ende sein – für alle Menschen.“

Hintergrund
„Wir können mit unserem Anliegen nicht warten, bis Demonstrieren wieder einfacher ist, denn diese Ungleichbehandlung geschieht jetzt!“, erklärt eine der Aktiven und meint damit die Einstellung der Buslinie für die Dauer der Corona Einschränkungen, die von der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburg (ZABH) und der Verkehrsgesellschaft Elbe-Elster beschlossen wurde. „Warum dürfen alle anderen selbständig (mit Abstandsregeln) einkaufen gehen, warum fahren alle anderen Buslinien nach Ferienfahrplan?“, fragt sie. „Warum wird den Geflüchteten nicht genau wie allen anderen zugetraut, unnötige Stadtgänge zu vermeiden und sich an die Regeln zu halten, wenn sie in die Stadt gehen?“
Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen fordert die Initiative daher die sofortige Umverteilung der Massenunterkünfte in Brandenburg. Nur so könne wirksamer Infektionsschutz gewährleistet werden. „Die Bewohner*innen durch die Einstellung des Busses zu isolieren ist der falsche Weg, um die Corona Ausbreitung zu vermeiden. Für die Geflüchteten sollten dieselben Bedingungen gelten wie für alle Menschen: Kontakte in der Wohnung vermeiden können, aber auch selbstbestimmt Einkaufen gehen können.“

Eine Woche zuvor war eine Kundgebung zum gleichen Thema durch das Gesundheitsamt verboten worden, aufgrund der Befürchtung „regen Reiseverkehrs“, weil der Anmelder aus Berlin sei.
Nachdem die Buslinie im März eingestellt worden war, hatten zunächst zwei ehrenamtliche PKW-Shuttle-Aktionen stattgefunden, mit denen Menschenaus der Erstaufnahme unter Beachtung aller Infektionsschutzregeln zum Supermarkt gefahren wurden. Bei der zweiten dieser Aktionen wurden die PKWs durch die Polizei im Auftrag des Gesundheitsamtes gestoppt. Den Fahrer*innen wird nun vorgeworfen, „keinen triftigen Grund“ gehabt zu haben, dort unterwegs zu sein. Während die Versorgung Hilfebedürftiger allgemein als „triftiger Grund“ angesehen wird, scheinen hier die von der Versorgung abgeschnittenen Geflüchteten nicht als hilfebedürftig genug angesehen zu werden.

Mehr Infos:
Gemeinsame Erklärung von Flüchtlingsrat Brandenburg, Welcome United Berlin-Brandenburg, DK-Vereint und über 30 anderen Organisationen vom 17.04.: Sammelunterkünfte auflösen – Umverteilung jetzt, bevor es zu spät ist

Die Bus-Problematik wird auch in diesem kurzen informativen Video dargestellt (facebook).

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http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/29/diesen-abstand-koennen-die-bewohnerinnen-der-erstaufnahme-nicht-einhalten/feed/
Biesenthal: Gedenken zu 75 Jahren Befreiung KZ Uckermark und KZ Ravensbrück http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/18/biesenthal-gedenken-zu-75-jahren-befreiung-kz-uckermark-und-kz-ravensbrueck/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/18/biesenthal-gedenken-zu-75-jahren-befreiung-kz-uckermark-und-kz-ravensbrueck/#comments Sat, 18 Apr 2020 09:15:00 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/18/biesenthal-gedenken-zu-75-jahren-befreiung-kz-uckermark-und-kz-ravensbrueck/

Heute jährt sich die Befreiung des Jugendkonzentrationslagers und späteren Vernichtungsorts Uckermark zum 75. Mal.
Morgen ist der 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Ravensbrück.
In Biesenthal wird über das Wochenende mit einer Plakatinstallation an der alten Eiche auf dem Marktplatz an die Ereignisse erinnert.
Die Initiator*innen folgen damit dem Aufruf der „Initiative für einen Gedenkort ehem. KZ Uckermark“, das Gedenken dieses Jahr dezentral und ohne Menschenansammlungen durchzuführen.
Auf den Plakaten wird außerdem ein aktueller Bezug zu den jüngsten rassistischen Morden in Hanau vom 19. Februar hergestellt (#saytheirnames) und zum Schicksal der Flüchtlinge in den völlig überfüllten griechischen Aufnahmelagern, die angesichts der Corona Krise zurückgelassen werden (#leavenoonebehind).

Die Plakate an der Eiche wollen die Initiator*innen bis Montag morgen morgen hängen lassen. „Wir würden es leider rassistischen Menschen zutrauen, sie zu entfernen, hoffen aber auf den Anstand und Respekt vor den Opfern des Faschismus.“, sagt einer der Aktiven.

***
Aufruf und Einladung

18. April 2020: 75. Jahrestag der Befreiung
Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen
Jugendkonzentrationslagers und späteren Vernichtungsorts Uckermark

Liebe Überlebende, liebe Angehörige, liebe Freund_innen und Genoss_innen!
Dieses Jahr können wir uns nicht zu einer gemeinsamen Gedenkfeier auf dem ehemaligen Lagergelände treffen. Das macht uns traurig. Doch wir möchten euch aufrufen und einladen, an diesem Tag trotzdem ein Zeichen zu setzen: Wir haben einen Podcast (Radiosendung) für euch erstellt, den ihr ab dem 18. April von unserer Website herunterladen oder in einigen freien Radios hören könnt – mit Reden zur Befreiungsfeier, Musik, Gedichten, Zitaten von Überlebenden und einem Überblick zur Geschichte und Nachgeschichte des Lagers. Hört euch die Sendung an und sagt sie anderen weiter!

Wir haben Plakate gestaltet und hoffen, dass sie weite Verbreitung finden – und an vielen Orten zu einem kurzen Innehalten, zum Nachdenken und zum Handeln anregen. Druckt sie aus, hängt sie auf und schickt sie über eure Social Media-Kanäle. Ihr findet sie auf unserer Website

Malt eigene Transpis und hängt sie an Balkone und Fenster! Wir freuen uns über Fotos von allen Gedenkzeichen für unsere Website! Und schickt uns gerne auch welche, falls ihr am 18. April vielleicht doch zum Gedenkstein auf dem ehemaligen Lagergelände geht. Lasst uns auch in diesem Jahr zusammen gedenken. An vielen Orten, mit unterschiedlichen Zeichen, und doch mit dem gleichen Ziel. Antifaschismus braucht starke Bündnisse.

Eure Initiative für einen Gedenkort eh. KZ Uckermark

Am 19. April gedenken wir gemeinsam mit der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V. der Opfer des Frauen-KZ Ravensbrück (siehe auch Online-Angebot der Mahn- und Gedenkstätte).

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Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.
Lausitzerstr. 10
Aufgang B
D-10999 Berlin
E-Mail: info ätt gedenkort-kz-uckermark.de
Web: www.gedenkort-kz-uckermark.de

Bankverbindung:
Initiative Gedenkort KZ Uckermark
DE61 4306 0967 7924 5544 00
GLS-Bank

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Fernsehbeitrag zum Barnimer Bürger*innenasyl http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/17/fernsehbeitrag-zum-barnimer-buergerinnenasyl/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/17/fernsehbeitrag-zum-barnimer-buergerinnenasyl/#comments Fri, 17 Apr 2020 20:40:05 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/17/fernsehbeitrag-zum-barnimer-buergerinnenasyl/ Bei den Nachrichten von Brandenburg-Aktuell lief am am 15.04. ein kurzer Beitrag zur 1-Jahres-Bilanz des Barnimer Bürger*innenasyl:


Fernsehbeitrag bei rbb-online

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Sammelunterkünfte auflösen – Umverteilung jetzt, bevor es zu spät ist! http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/17/sammelunterkuenfte-aufloesen-umverteilung-jetzt-bevor-es-zu-spaet-ist/ http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/17/sammelunterkuenfte-aufloesen-umverteilung-jetzt-bevor-es-zu-spaet-ist/#comments Fri, 17 Apr 2020 20:26:26 +0000 refugeeswelcomebarnim Allgemein http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de/2020/04/17/sammelunterkuenfte-aufloesen-umverteilung-jetzt-bevor-es-zu-spaet-ist/ In der großen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Doberlug-Kirchhain gibt es erste bestätigte Coronafälle, in Potsdam stehen nach mehreren Infektionen alle 116 Bewohner*innen einer Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne und auch Oberhavel meldet eine positiv getestete Person in einer Gemeinschaftsunterkunft, sowie mehr als 200 Bewohner*innen in Quarantäne, die heute getestet werden sollen.

Die ersten Corona-Fälle in Brandenburger Sammelunterkünften für Geflüchtete zeigen: Es muss jetzt gehandelt werden! Für einen wirksamen Infektionsschutz ist die Massenunterbringung völlig ungeeignet und setzt die Bewohner*innen einem hohen Risiko aus. Zahlreiche Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke und andere Risikogruppen leben weiterhin in den Massenunterkünften. Um die drohende Quarantäne kompletter Heime zu vermeiden und die Geflüchteten vor einer Coronainfektion bestmöglich zu schützen, fordern wir:

* Erstaufnahme-Einrichtungen leer ziehen!
* Gemeinschaftsunterkünfte entzerren und Menschen dezentral unterbringen!
* Risikogruppen sofort raus aus den Sammelunterkünften!
* Wohnungen statt Lager!

Brandenburg hat Platz: Es muss jetzt ein Richtungswechsel stattfinden!

Zahlreiche Flüchtlingsorganisationen kritisieren seit vielen Jahren die Unterbringung in Sammelunterkünften und fordern ein Recht auf ein selbstbestimmtes Wohnen in Wohnungen und Wohnverbünden. Die Unterbringung in alternativen Wohnorten ist machbar. Corona macht noch einmal deutlich: Es ist endlich an der Zeit, dass die Landesregierung Konzepte für eine Unterbringung in Wohnungen erarbeitet und nicht weiterhin auf Massenunterbringung setzt.

Um die Bewohner*innen der Sammellager kurzfristig zu schützen, können aber auch Kapazitäten im Tourismussektor pragmatisch genutzt werden. So könnten Szenarien, wie in anderen Bundesländern bereits aufgetreten, vermieden werden: 244 positiv getestete in Ellwangen, Quarantäne für jeweils hunderte von Menschen in Unterkünften in Halberstadt (Hungerstreik), Suhl und Bremen. Diese Beispiele zeigen, was passieren kann, wenn Menschen auf engstem Raum zusammen leben müssen.

Die Position des Sozialministeriums, Vollquarantänen ganzer Unterkünfte wenn möglich vermeiden zu wollen (Rundschreiben 02/2020 des MSGIV), ist zwar begrüßenswert – bleibt aber ein leeres Versprechen, wenn weiterhin viele Menschen gezwungen sind auf engem Raum miteinander zu leben und löst auch das langfristige Problem der Massenunterbringung nicht.

Während die Stadt Potsdam bereits Geflüchteten und Obdachlosen in der Coronakrise Betten in Pensionszimmern zur Verfügung stellte und auch aus der Unterkunft in der Zeppelinstraße nach Bekanntwerden der Infektionen umgehend umverteilt wurde, sodass alle auf das Virus negativ getesteten Personen sich seit letzter Woche in einem Hotel oder Wohnungen befinden, leben zahlreiche Geflüchtete in den Erstaufnahmeeinrichtungen und den anderen Sammelunterkünften des Landes weiterhin auf engstem Raum zusammen und sind damit permanent einer Gefährdung ausgesetzt (Märkische Allgemeine, 9.4.2020, „Bewohner in Asylheim in Quarantäne“; PNN, 10.4.2020).

Situation in der Außenstelle der Erstaufnahme Doberlug-Kirchhain spitzt sich zu

In der Erstaufnahmeeinrichtung Doberlug-Kirchhain mit 474 Bewohner*innen wurden bisher mindestens drei Personen positiv auf Corona getestet und sind in einem Container unter Quarantäne gestellt. Bewohner*innen berichten, dass sich 15 weitere Menschen in Quarantäne im fünften Stock des Familiengebäudes befinden. Eine individuelle Quarantäne sei dort jedoch nicht möglich: So teilen sich negativ Getestete, die auf das Ende ihrer Quarantäne warten, mit Personen, die noch ihr Testergebnis abwarten, Bad und Küche. Doch statt durch dezentrale Umverteilung in kleinere Unterkünfte mehr Platz für Quarantäneanforderungen zu schaffen, setzt die Zentrale Ausländerbehörde auf Abschottung: So wurden mit Unterstützung der Bundeswehr Zelte auf dem Gelände aufgebaut (Lausitzer Rundschau 9.4.2020), die einzige Busverbindung in den 5 km entfernten Ort wurde eingestellt.

Bewohner*innen rechnen damit, dass es immer mehr Quarantäne- sowie Coronafälle geben wird. „Wichtig ist uns: Wir brauchen Transparenz über die Zahlen der positiv und negativ Getesteten. Und auch darüber, wo sie alle untergebracht werden sollen“, sagt eine Bewohnerin. Eine andere erklärt: „Wir sind hier an einem Ort mit vielen Begrenzungen untergebracht. Bäder, Küchen und Toiletten sind besonders morgens überfüllt. Die Situation wird sich während der Ramadan-Zeit ab dem 24. April noch verschlimmern.“ Für jeweils 50 Personen steht nur eine Küche zur Selbstversorgung zur Verfügung. 70% der Bewohner*innen sind Muslime, die während des anstehenden Fastenmonats täglich auf ein bestimmtes Zeitfenster zum Essen und dessen Zubereitung angewiesen sind. Probleme, den benötigten Abstand einzuhalten, sind unter diesen Bedingungen vorprogrammiert. Auch bei der Internetnutzung ist die notwendige Distanz schwierig einzuhalten, denn WLAN ist, wenn überhaupt, nur in bestimmten Bereichen verfügbar.

Flüchtlingsrat Brandenburg, We`ll Come United Berlin Brandenburg, Handicap International e.V, International Women* Space, Women in Exile & Friends, Refugees Emancipation, KommMit e.V., Asyl in der Kirche Berlin-Brandenburg e.V., Refugee Assembly Brandenburg, Wir packen’s an e.V. – Nothilfe für Geflüchtete, Jugendliche ohne Grenzen Brandenburg, Refugee Law Clinic Berlin, Barnim für alle, Seebrücke Potsdam, Flüchtlingsberatungsstelle des ev. Kirchenkreises Oberes Havelland, ESTAruppin e.V, Geflüchteten Netzwerk Cottbus, Migrantenbeirat der Landeshauptstadt Potsdam, Vorstand des Aktionsbündnisses Brandenburg, Opferperspektive e.V., Bürger*innenasyl Barnim, SV Babelsberg 03, Brigade Konrad Wolf, Doberlug-Kirchhain VerEint, Alternatives Jugendprojekt 1260 e.V., S, Strausberg, Netzwerk neue Nachbarn Werder, Theater X, Aktionsbündnis „Offenes MOL“ Märkisch Oderland, Space2groW, eNDe 20 e.V. colaborative Reichenow e.V., Kultur in der Alten Schäferei e.V. Reichenow, Haus des Wandels e.V. Steinhöfel-Heinersdorf, Demokratisches Jugendforum e.V., Dr.med. Nora Wawerek, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Lunow, Dipl.Med. Almut Berg, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie, Lunow, Dr. Verbena Bothe

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