Archiv für Juni 2020

SOS-Rassismus Barnim Chronik 2019

Schweigen schützt nicht, stützt aber die Gewalt.
Diskriminierungen gehen uns alle an.

Chronik rechtsextremer und rassistischer Vorfälle im Barnim 2019

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 16. Juni 2020:

Rassismus in jeder Form ist Feind der Demokratie.

Rassismus will keinen Dialog, keine Vielfalt, kein friedliches Miteinander. Er will Hass auf andere und Dominanz über andere.

Solange es Rassismus gibt in unserer Gesellschaft, in unserem Umfeld, in unserer Nachbarschaft, vor allem aber in unseren eigenen Einstellungen, Vorurteilen, Denkmustern, können wir uns nicht teilnahmslos verhalten. Sondern wir entscheiden uns – jeden Tag, bewusst oder unbewusst, in unserem Handeln wie in unserem Nichthandeln –, wo wir stehen, auf welcher Seite wir stehen.

„Your silence will not protect you“, schrieb die amerikanische Aktivistin und Autorin Audre Lorde. Dein Schweigen wird dich nicht schützen.

Nein, es reicht nicht aus, „kein Rassist“ zu sein. Wir müssen Antirassisten sein! (mehr…)

Menschlichkeit kennt keine Alternative! – Kundgebung, Picknick und Gespräche für eine offene Gesellschaft

Am Samstag den 04.07.2020 will die AfD um 15.00 Uhr auf dem Bernau Bahnhofsvorplatz hetzen. Lassen wir das nicht unwidersprochen!

Bernau, Bahnhofsvorplatz / Samstag, 4.7., ab 13:30 Uhr

„Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ war der Schwur vieler Menschen vor 75 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Daran erinnerten wir uns am 8. Mai, dem Tag der Befreiung.

Berthold Brecht warnte:
„So was hätt einmal fast die Welt regiert!
Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
Dass keiner uns zu früh da triumphiert -
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“ (mehr…)

Sichere Fluchtwege statt Kriminalisierung der Geflüchteten

Geflüchteter soll zum Straftäter erklärt werden – Kundgebung vor dem Amtsgericht Strausberg – Mo, 29. Juni 2020, 10 Uhr

Ein Geflüchteter aus dem Sudan muss am 29. Juni beim Amtsgericht Strausberg erscheinen. Vorgeworfen wird ihm „illegal“ nach Deutschland eingereist zu sein. Nach Deutschland ist er geflohen, weil er im Sudan politisch gegen die Diktatur aktiv war. Dabei ist es fast unmöglich,
legal nach Deutschland einzureisen, um hier Asyl zu beantragen. Normalerweise machen sich Asylbewerber*innen daher mit ihrer Einreise nicht strafbar.(1) Er versteht nicht warum er kriminalisiert wird: „Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, dass ich eine Strafe bekomme, weil ich Asyl beantrage. Ich habe mich doch selber bei der Polizei gemeldet, um Asyl zu beantragen.“ (mehr…)

Konzert für Geflüchtete in Quarantäne in Bernau-Waldfrieden: „Wohnungen statt Heime!“

Gegenüber den Fenstern des Quarantäneflurs im Erdgeschoss hat sich eine Band aufgebaut und sorgt mit Ska und Reggae für Stimmung und Abwechslung für die etwa 20 Menschen in Quarantäne, die von den Fenstern aus zusehen. In dem Flur befinden sich auch viele Kinder, die wie die Erwachsenen schon seit 10 Tagen ihren Flur nicht verlassen dürfen. Sie alle wurden negativ getestet – aber sie hatten sich zuvor Flur, Küche und Toiletten mit einer positiv getesteten Person teilen müssen, weil es (wie in den meisten Heimen) keine abgeschlossenen Wohneinheiten gibt.

„Ich danke euch sehr, dass ihr gekommen seid und uns nicht allein lasst“, sagt Mehran vom Fenster des Quarantäneflurs aus. Ein Mikro darf ihm nicht gegeben werden, die Securities erlauben ihm nur, etwas aufzuschreiben, was auf der Bühne vorgelesen werden kann, oder wie jetzt ohne Mikro zu reden. „Wir können uns im Heim nicht vor dem Virus schützen – deshalb brauchen wir Wohnungen“, sagt er. (mehr…)