Archiv für April 2020

„Diesen Abstand können die Bewohner*innen der Erstaufnahme nicht einhalten!“

Demonstration mit Corona-Abstandsregeln für Bus 571 in Doberlug-Kirchhain

Weil auch Aktive aus dem Barnim beteiligt waren, veröffentlichen wir diesen Bericht auch hier:

20 Personen sind zu der Demonstration gekommen, zu der die Initiative „Busverbindung 571 jetzt!“ eingeladen hatte – mehr waren auch nicht erlaubt. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von Aktiven der lokalen Initiative „DK_Vereint“, Bewohner*innen der Erstaufnahme-Einrichtung und Aktiven des Brandenburg-weiten Netzwerks „Welcome United“.

Aufgrund der Pandemie und der entsprechenden Auflagen des Gesundheitsamtes muss penibel auf Abstand und Hygiene geachtet werden. Die Teilnehmenden müssen sich je allein auf am Boden markierten, 2×2m großen Quadraten positionieren und nicht durcheinander laufen. Alle, auch die Redner*innen, tragen Masken, das Mikro wird mit einer Serviette abgedeckt. Passant*innen, Schaulustige und Interessierte müssen hinter Absperrungen bleiben und Abstand halten. An den Flatterbändern steht: „Diesen Abstand können die Bewohner*innen der Erstaufnahme nicht einhalten!“ Mehrere Redner*innen greifen auf, dass die peniblen Regeln für eine Demo in Corona-Zeiten in absurdem Gegensatz zu den Bedingungen in der Einrichtung stehen, in der pro 50 Personen eine Küche zur Verfügung steht, Zimmer mit Fremden geteilt werden müssen und Flure und Treppenhäuser von hunderten Menschen genutzt werden. (mehr…)

Biesenthal: Gedenken zu 75 Jahren Befreiung KZ Uckermark und KZ Ravensbrück

Heute jährt sich die Befreiung des Jugendkonzentrationslagers und späteren Vernichtungsorts Uckermark zum 75. Mal.
Morgen ist der 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Ravensbrück.
In Biesenthal wird über das Wochenende mit einer Plakatinstallation an der alten Eiche auf dem Marktplatz an die Ereignisse erinnert.
Die Initiator*innen folgen damit dem Aufruf der „Initiative für einen Gedenkort ehem. KZ Uckermark“, das Gedenken dieses Jahr dezentral und ohne Menschenansammlungen durchzuführen.
Auf den Plakaten wird außerdem ein aktueller Bezug zu den jüngsten rassistischen Morden in Hanau vom 19. Februar hergestellt (#saytheirnames) und zum Schicksal der Flüchtlinge in den völlig überfüllten griechischen Aufnahmelagern, die angesichts der Corona Krise zurückgelassen werden (#leavenoonebehind).
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Fernsehbeitrag zum Barnimer Bürger*innenasyl

Bei den Nachrichten von Brandenburg-Aktuell lief am am 15.04. ein kurzer Beitrag zur 1-Jahres-Bilanz des Barnimer Bürger*innenasyl:


Fernsehbeitrag bei rbb-online

Sammelunterkünfte auflösen – Umverteilung jetzt, bevor es zu spät ist!

In der großen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Doberlug-Kirchhain gibt es erste bestätigte Coronafälle, in Potsdam stehen nach mehreren Infektionen alle 116 Bewohner*innen einer Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne und auch Oberhavel meldet eine positiv getestete Person in einer Gemeinschaftsunterkunft, sowie mehr als 200 Bewohner*innen in Quarantäne, die heute getestet werden sollen.

Die ersten Corona-Fälle in Brandenburger Sammelunterkünften für Geflüchtete zeigen: Es muss jetzt gehandelt werden! Für einen wirksamen Infektionsschutz ist die Massenunterbringung völlig ungeeignet und setzt die Bewohner*innen einem hohen Risiko aus. Zahlreiche Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke und andere Risikogruppen leben weiterhin in den Massenunterkünften. Um die drohende Quarantäne kompletter Heime zu vermeiden und die Geflüchteten vor einer Coronainfektion bestmöglich zu schützen, fordern wir:

* Erstaufnahme-Einrichtungen leer ziehen!
* Gemeinschaftsunterkünfte entzerren und Menschen dezentral unterbringen!
* Risikogruppen sofort raus aus den Sammelunterkünften!
* Wohnungen statt Lager! (mehr…)

Aktion Supermarkt-Shuttle „Busverbindung jetzt!“

(English below)

Am 9.4.2020 haben wir als We’ll Come United Berlin/Brandenburg durch einen Supermarkt-Shuttle mit 6 privaten PKWs die Menschen aus der Erstaufnahme-Einrichtung in Doberlug-Kirchhain unterstützt. Damit haben wir versucht den Bus 571 von der Erstaufnahme zur Stadtmitte zu ersetzen. Er wurde vom Verkehrsmanagement ElbeElster mit Beginn der Corona-Krise eingestellt.

Kurzes Video zur Aktion

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Gemeinsame Pressemitteilung zur Situation in Brandenburger Unterkünften während der Corona-Pandemie

Abstandhalten ist unmöglich in vielen Flüchtlingsunterkünften

Geflüchtete in Brandenburger Flüchtlingsunterkünften haben aktuell kaum eine Chance, Kontakte zu anderen Menschen zu vermeiden, Abstand zu halten und sich und ihre Familien vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen. Maßnahmen der sozialen Distanzierung treffen sie gleichzeitig in beengten Wohnverhältnissen besonders hart.
Die Unterzeichner*innen der Pressemitteilung fordern die Landesregierung zu sofortigen Maßnahmen auf, um Geflüchtete, die aktuell noch in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften sowie den vom Land betriebenen Erstaufnahmestellen untergebracht sind, während der Corona-Pandemie zu schützen. Gerade in diesen Zeiten von Solidarität und breiter Unterstützung innerhalb von Nachbarschaften sollten auch die Rechte von Flüchtlingen gewahrt und nicht vergessen werden.
Sogar Menschen, die Risikogruppen angehören, harren in Brandenburg weiterhin in Mehrbettzimmern aus und müssen sich teilweise Bad und Kantine bzw. die Gemeinschaftsküche mit vielen Anderen teilen. Diese Situation ist absolut unverantwortlich: Es ist höchste Zeit, dass hier mutige Entscheidungen getroffen werden, um Risikogruppen sofort zu schützen und Massenunterkünfte perspektivisch leerzuziehen. (mehr…)