Nicht nur „Flüchtling“!

(Flucht-)Hintergründe von Syrer*innen in Deutschland

Café Global – Eine Veranstaltung der RAA Brandenburg in Kooperation mit dem Syrischen Verein in Eberswalde (in Gründung) und der Beauftragten für Gleichstellung, Migration und Integration

06.10.2018, 18:00 – ca. 21:00 Uhr

im Café des Bürgerzentrums Amadeu Antonio, Puschkinstraße 13, 16225 Eberswalde

Das syrische Regime scheint nun mehr bald alle Teile des Landes wieder unter seine Kontrolle gebracht zu haben – ist das das Ende des Krieges, herrscht bald Frieden? Diese Frage ignoriert die Bedeutung von einem ́gerechtem Frieden` aus der Perspektive von Syrer*innen. Bei der Frage nach der Stabilisierung des Landes scheint ein Thema völlig abstinent: die systematische staatliche Gewalt, die seit Entstehung der Baath-Diktatur 1963 bis heute anhält und warum die Syrer*innen für einen demokratischen Wandel 2011 auf die Straßen gegangen sind und sich ihre Forderungen bisher nicht erfüllt haben.
Viele Syrer*innen leben heute in Eberswalde und wollen sich auch hier aktiv einbringen und ein Teil der Zivilgesellschaft in Deutschland werden. Dazu werden wir die Initiative des syrischen Vereins in Gründung vorstellen. Anschließend wird Ansar Jasim von der deutsch-syrischen Initiative Adopt a Revolution einen historischen Rückblick in die Hintergründe von Diktatur und Aufstand geben. Gemeinsam mit der syrischen Menschenrechtsaktivistin Lilas Alboni wird eine Diskussion stattfinden. Lilas, aus einer Oppositionsfamilie stammend, muss am Schicksal der eigenen Familie erleben was Leben in einer Diktatur und staatliche Gewalt bedeuten können. Politischer Gefangenschaft und staatlicher Gewalt – von systematischer Folter bis zum häufigen spurlosen Verschwinden der Gefangenen, sind Teil der Biographien vieler tausender Syrer*innen in Deutschland, die unter dem Verlust von Familienangehörigen in Assads Gefängnissen leiden und selber Angst haben, bei der Rückkehr nach Syrien zu einem ‚Verschwundenen‘ zu werden.
Die Perspektiven der Referent*innen werfen ein neues Licht auf Syrien, welches sich üblicherweise in den deutschen Medien kaum finden lässt. Sie formulieren, unter welchen Bedingungen ein Friedensprozess in Syrien für demokratisch-zivilgesellschaftlich orientierte Syrer*innen möglich wäre und welche Art von Gesellschaft sie sich am Ende eines solchen Prozesses erträumen.


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