„Was mir nah ist mir fern“

Wir haben uns das letzte halbe Jahr an den drei Orten Oderberg, Angermünde, Eberswalde mit größtenteils geflüchteten Kindern und Jugendlichen getroffen und mit ihnen ein Stück erarbeitet. Wir haben gesungen, Raps und Texte geschrieben, getanzt, Szenen entwickelt. Eine musikalische Theaterreise über Wünsche und Träume, über die Zukunft, schöne Erinnerungen, über Dinge auf die wir stolz sind und vieles mehr.. ein Stück über unser Leben.

30 Menschen- 11 Länder- 3 Gruppen- 6 Monate. Erst zum Ende haben sich alle gemeinsam getroffen. Ausgangspunkt sind persönliche Erzählungen und Fragen. Wie ist es, so viel Zeit hier mit Warten zu verbringen? Was dürfen andere Menschen tun aber ich nicht? Wie kann ich meine Freiheit ausbauen? Was ist Heimat für mich?

Rassismus in der Bahn

Ein Geflüchteter aus dem Tschad ist am 10.09.2019 von Biesenthal nach Eberswalde mit dem RB24 gefahren. Er hat vorher versucht am Automaten am Biesenthaler Bahnhof einen Fahrschein zu erwerben. Das misslang ihm wegen seiner mangelnden Deutschkenntnisse. Zu diesem Zeitpunkt befand sich auch niemand anderes in der Nähe des Automaten und so konnte er sich auch keine Hilfe organisieren. Als der Zug einfuhr ging der Betroffene direkt zum Zugbegleiter und sprach diesen noch auf dem Bahnsteig an um die Situation zu erklären, verbunden mit der Bitte ihm einen Fahrschein zu verkaufen. Der Zugbegleiter ließ den Betroffenen einsteigen. Erst als der Zug wieder los fuhr, weigerte sich der Zugbegleiter einen Fahrschein zu verkaufen und verlangte stattdessen ein erhöhten Fahrpreis von 60 Euro. Dieses wiederum verweigerte der Betroffenen verständlicherweise. Er bat stattdessen weiterhin darum, einen Fahrschein kaufen zu dürfen. Der Zugbegleiter rief dann umgehend die Polizei, die den Betroffenen dann in Eberswalde in Empfang nahm und sich von ihm die Papiere zeigen ließen. Obwohl der Geflüchtete den BundespolizistInnen am Bahnsteig sofort seine Duldungspapiere zeigte, nahm die Polizei den Betroffenen mit zur ihrer Dienststelle und hielten den Betroffenen dort etwa eine halbe Stunde fest. Die BundespolizistInnen nahmen dem betroffenen Fingerabdrücke ab und telefonierten in dieser Zeit mehrmals mit der Ausländerbehörde.
Wir halten sowohl das Verhalten des Zugbegleiters als auch der PolizistInnen für rassistisch. Es ist mehr als fraglich ob einem Menschen mit heller Hautfarbe und deutschen Pass das selbe widerfahren wäre.

Barnim für alle

In meinen Augen

Der Dokumentarfilm „In meinen Augen“ von Raphael Schanz bietet eine andere Perspektive auf die zeitlose Unart, andere zu bewerten bzw. abzuwerten, ohne sie wirklich zu kennen. Oft prägen Bilder von identitätslosen Massen die Berichterstattung über Geflüchtete. Fünf geflüchtete Menschen lassen die Bilder auf sich wirken, kommentieren sie und regen so zum Nachdenken an über Identität, Menschlichkeit und Würde. Zu Gast an dem Abend ist Ahmed Al Kurdi, einer der Beteiligten des Films. Der Eintritt zu der Veranstaltung, die im Rahmen der Interkulturellen Wochen im Landkreis Barnim stattfindet, ist frei.

Freitag, 27. September 2019, 18:00 Uhr, im Bernauer AWO-Treff, An der Stadtmauer 12

Pan-Africa Day am 22.09.2019

Afrika ist ein wunderschöner Kontinent unseres Planeten mit vielen Bodenschätzen. Leider wird die Entwicklung dieses Kontinents durch die Korruption
zerstört und die Bevölkerung durch die Diktatur der Regierungen gedemütigt.

Wenn Sie mehr über Afrika und seine Geschichte erfahren wollen, besuchen Sie den Vortrag:*Pan-Africa Day*. Bei Essen und Musik wird auch Zeit sein, einfach miteinander ins Gespräch zu kommen.

22.09.2019, 13:00 – 17:00 Uhr
Afrikanischer Kulturverein Palanca e.V., Coppistraße 1, 16227 Eberswalde

300 Menschen beim solidarischen Abendessen in Biesenthal


Etwa 300 Menschen aus Biesenthal und Umgebung kamen am Donnerstag-Abend vor den Landtagswahlen auf dem Biesenthaler Marktplatz zu einem solidarischen Abendessen zusammen. (mehr…)

Infoveranstaltung Barnimer Bürger*innenasyl

Die Ausrichtung der Asylpolitik in ganz Europa wird immer unsolidarischer. Die Grund- und Freiheitsrechte von Geflüchteten werden durch Gesetzesverschärfungen in Frage gestellt. Unterstützer*innen werden bedroht oder deren Arbeit kriminalisiert. Frage: Was tun? Antwort: Was tun! Die Initiative Barnimer Bürgerinnenasyl ist Teil einer Bewegung in ganz Deutschland, die sich für mehr Solidarität und Mut zur Menschlichkeit einsetzt. Sie unterstützt Menschen, die von Abschiebung bedroht sind. Als Ergänzung zum Kirchenasyl und zur Selbsthilfe in den Communities wird u.a. Wohnraum gesucht und zur Verfügung gestellt. Der Umfang in dem die*der Betroffene begleitet wird, ist ganz unterschiedlich. Die Idee ist einerseits, die Unterstützungsarbeit gemeinsam mit Betroffenen auf viele Schultern zu verteilen und andererseits, den Menschen, die Geflüchtete aufnehmen im Verständigungsprozess zur Seite zu stehen.

Was das alles im Einzelnen bedeutet und welche weiteren Möglichkeiten der Unterstützung es gibt, werden wir an diesem Abend diskutieren.

24.09.2019, 19:00 bis ca. 21:30 Uhr, Afrikanischer Kulturverein Palanca, Coppistraße 1, Eberswalde

Falls Übersetzung benötigt wird bitte bis zum 20.9. Bescheid geben und wir versuchen etwas zu organisieren.